Newsletter Oktober 2007
Liebe Wing Chun-Freunde
Viel Spass beim Lesen des Newsletters!
Wing Chun / Selbstverteidigung: Die Bedeutung von Sparring
Zugegeben: So ein schweisstreibendes Sparring ist nicht jedermanns Sache. Trotzdem hat Sparring in den Kampfkünsten und vor allem in der Selbstverteidigung eine wichtige Bedeutung! Schon Bruce Lee hat sinngemäss gesagt, dass Kampfkunst ohne Sparring wie ‘Schwimmen ohne Wasser’ sei.
Meiner Meinung lernt man nirgens besser kämpfen, bzw. sich zu verteidigen als beim Sparring. Das Fundament eines Sparrings sollten aber immer die Techniken einer Kampfkunst bilden. Im Wing Chun also die Formen, Chi Sao, Lat Sao, die entsprechenden Selbstverteidigungs- und Angriffstechniken, welche dann im freien Kampf erprobt werden können.
Im Training wollen wir uns auf Selbstverteidigungs-Sitationen im Alltag vorbereiten. Statistisch gesehen ist die Chance aber gering, dass wir das Gelernte jemals in unserem Leben wirklich anwenden müssen. Zum Glück!
Das heisst folglich auch, dass wir uns im Training oder vor allem im Sparring nicht schlimmer zurichten sollten, als es im Alltag jemals geschehen könnte. Die Gesundheit steht auch hier im Vordergrund! Somit muss auch Sparring mit einem gewissen Mass an Disziplin und vor allem mit guter Schutzausrüstung geübt werden. Kopfschutz, Tiefschutz, Schienbeinschoner und Handschützer sind ein Muss, wer möchte kann auch einen Brustschutz tragen.
An der Wing Chun-Schule Chur werden die Schülerinnen und Schüler Schritt für Schritt an den Freikampf herangeführt. Bis nach der Mittelstufe (8.SG) muss zuerst ein Grundstein an technischen Fähigkeiten und körperlicher Fitness gelegt werden, bis ein Sparring überhaupt Sinn macht. Mit verschiedenen Kampfspielen wie Lat Sao, Chi Sao oder Partnerübungen mit gegenseitigem Angreifen werden die Mitglieder langsam aufgebaut und Richtung Kampf geführt. Sparring bleibt schliesslich aber immer freiwillig, denn es setzt doch auch einen gewissen “Fighting-Spirit” und eine Freude am Kämpfen voraus!
Zum Glück bietet Wing Chun auch ausserhalb des Sparrings genug raffinierte Techniken an, um sich effizient verteidigen zu können.
Chi Gong: Achtsamkeitsmeditation und Immunsystem
Regelmässige Meditation stärkt vermutlich das Immunsystem.
Dies haben amerikanische Forscher von der Universität Wisconsin in Madison (USA) herausgefunden. Sie bildeten nämlich zwei Gruppen von Versuchsteilnehmern und liessen die eine Gruppe acht Wochen an einem Kurs für Achtsamkeitsmeditation teilnehmen.
Am Ende des Trainings erhielten alle Teilnehmer eine Grippeimpfung. Die Forscher massen acht Wochen nach dieser Impfung die Zahl der Grippeantikörper im Blut. Natürlich stieg die Zahl der Antikörper in beiden Gruppen an, die Meditationsgruppe hatte aber einen deutlich höheren Anstieg als die Vergleichsgruppe.
Solche Studien muss man sicher immer auch kritisch hinterfragen. Auf jeden Fall wird weiter geforscht, man möchte mehr darüber herausfinden, wie Meditation auf das Immunsystem und bei verschiedenen Krankheiten wirkt. Hier werden in den nächsten Jahren sicher interessante neue Erkenntnisse herauskommen. Es spricht aber vieles schon heute dafür, regelmässig zu meditieren oder ein anderes Entspannungsverfahren täglich anzuwenden.
Sicherheit im Alltag: Sicher unterwegs mit dem Auto
Unsere heutigen Sicherheitstipps beziehen sich auf das Auto.
Wenn man viel mit dem Auto unterwegs ist, gibt es doch ein paar Vorkehrungen und Sicherheitsmassnahmen, die man treffen kann, um nicht in unangenehme Situationen zu geraten. Die wichtigsten seien hier aufgelistet:
- Fahrtüchtigkeit des Wagens vor Abfahrt sicherstellen (Genug Benzin? Technische Mängel allenfalls beheben lassen)
- Grundlegende Reparaturvorgänge selber erlernen, damit man bei Pannen nicht zwingend auf fremde Hilfe angewiesen ist (Wartung, kleinere Reparaturen, Reifenwechsel usw.)
- Evtl. einem Pannendienst-Club beitreten (in der Regel kostengünstig)
- Wagen nach dem Verlassen immer abschliessen, vor dem Einsteigen Rücksitz und Scheiben prüfen, dass nicht eingebrochen wurde
- Beim Parken keine Wertsachen, Telefone, Schlüssel, Walkman etc. sichtbar im Auto liegen lassen (Diebstahl…)
- In übersichtlichen Bereichen parken (Frauen wenn möglich Frauenparkplätze benützen), damit man spät in der Nacht nicht alleine zu weit in abgelegene Plätze gehen muss
- Zentralverriegelung bei Autoausstattung wählen, falls möglich
- An Orten mit höherer Kriminalität während der Fahrt evtl. Türen verschliessen (Stopp bei Ampeln etc.)
- Keine Anhalter mitnehmen (und auch nicht per Anhalter fahren)
- Bei liegen gebliebenen Fahrzeugen nachts und in einsamen Gegenden vielleicht besser nicht anhalten, sondern Hilfe holen oder Polizei verständigen (Handy!!!)
WENN IHR FRAGEN ODER ERGÄNZUNGEN ZU EINEM DER OBIGEN THEMEN HABT, KOMMT BITTE AUF UNS ZU. WIR FREUEN UNS ÜBER FRAGEN ODER FEEDBACK.
Mit sportlichen Grüssen
Wing Chun-Schule Chur
Mario Clavadetscher
Newsletter Oktober 2007
Liebe Wing Chun-Freunde
We’re back!
Wir hoffen, dass Ihr auch im neuen Newsletter ein paar interessante Informationen findet, welche Ihr in Euren Alltag integrieren könnt!
Viel Spass beim Lesen!
Wing Chun / Selbstverteidigung: Kraft und Technik
Krafttraining hat schon lange den Ruf des Anrüchigen verloren. Vorbei sind die Zeiten, wo man Hanteln und Maschinen alleine mit Bodybuildern und Anabolika in Verbindung brachte.
Heute gilt ein moderates Krafttraining in vielerlei Hinsicht als präventives Mittel, um die Gesundheit zu erhalten. Es soll die Knochen stärken, die Gelenke schützen, beim Abnehmen helfen, die Haltung verbessern, den Stoffwechsel verbessern usw.
Krafttraining hat in den meisten Sportarten Einzug gehalten, aber auch in Altersheimen macht man gute Erfahrungen, wenn die älteren Menschen ihre Muskulatur aufbauen oder erhalten.
In manchen Wing Chun-Kreisen wird Krafttraining manchmal noch etwas belächelt, bzw. für unnötig gehalten. Die Technik soll das Alleinglückseeligmachende sein, denn wer weich ist, lässt die Kraft des Gegners sowieso ins Leere laufen…
Dass dieser Gedankengang nicht allzu realistisch ist, zeigen die verschiedenen Vergleichskämpfe im Fernseher (K1, Ultimate Fights, Freefights etc.) Ich habe bei diesen Anlässen noch nie einen Sieger mit der Figur eines Wurfpfeiles gesehen… Die Grösse, Masse und Kraft spielt neben der Technik immer auch eine grosse Rolle.
Was heisst dies nun für uns? Natürlich sind wir keine Wettkämpfer und haben auch nicht die Zeit, neben Wing Chun noch stundenlange Krafttraining, Konditionstraining und Stretching zu betreiben. Dies ist aber für den “Hausgebrauch” auch gar nicht nötig! Wer regelmässig ein paar Liegestütze oder Kniebeugen macht, trägt schon viel dazu bei, die Schlagkraft, die Trittstärke und den Stand zu verbessern. Mit Bauch- und Rückentraining zusätzlich stütze ich meinen Rumpf und kann Schläge in den Bauchraum besser wegstecken.
Kommt doch im Training einfach auf uns zu, falls Ihr spezifische Fragen habt oder ein Trainingsprogramm für zu Hause braucht, um Euer Wing Chun zu verbessern. Wir geben gerne Auskunft!
Chi Gong: Achtsamkeitsmeditation
Nachdem wir im Bereich Meditation und Achtsamkeit in letzter Zeit geübt haben, den Atem zu beobachten, möchten wir nun die Körperempfindungen und Gefühle in die Meditation miteinbeziehen.
Dazu empfehlen wir als Einstieg die folgende kurze Übung:
- drei bis vier Mal am Tag innehalten und auf den Körper achten
- Gefühle/Empfindungen wahrnehmen
- Gefühle benennen (dabei ganz wichtig: Nicht benennen im Sinn von “Ich bin müde”, “ich bin wütend” etc., sondern “Da ist Müdigkeit”, “da ist Wut”, “da ist Freude”, “da ist Trauer” usw.
- Es geht nur darum, die Gefühle zu benennen. Wir wollen sie nicht weiter bewerten oder uns in Gedanken über sie verlieren
- Übung beenden
Diese kleine Übung hilft uns dabei, achtsamer mit unseren Gefühlen umzugehen und uns etwas von den eigenen Gedanken “zu distanzieren”. Obwohl die Übung einfach scheint, braucht es doch Disziplin, sie regelmässig und konzentriert durchzuführen. Viel Spass dabei!
Sicherheit im Alltag: Absicherung im Wohnbereich
Unser Zuhause ist ein Ort der Erholung, der Regeneration, des Wohlfühlens. Wie sicher man sich zu Hause fühlt hängt von den verschiedensten Faktoren ab. Einerseits dem Land oder der Stadt in welcher man lebt (hohe oder niedrige Kriminalität?), aber auch von dem eigenen Sicherheitsbedürfnis.
Um den Wohnbereich sicher zu gestalten, möchten wir Euch hier ein paar Tipps geben:
- Tür- und Fenstersicherungen anbringen
- Schlosszylinder an Wohnraumaussenseite nicht herausragend, falls doch: bauliche Schutzmassnahme
- Türspion anbringen
- am eigenen Schlüsselbund keine Adressanhänger anbringen. Besser Schlüsselfundmarke anhängen (Securitas AG, Schlüsselservice, tw. Banken…)
- allenfalls bei kantonaler Polizei oder privater Sicherheitsfirma eine Sicherheitsanalyse des Wohnraumes (Haus, Wohnung…) beantragen
- Bewegungsmelder mit Alarmanlage anbringen (Budget!…)
WENN IHR FRAGEN ODER ERGÄNZUNGEN ZU EINEM DER OBIGEN THEMEN HABT, KOMMT BITTE AUF UNS ZU. WIR FREUEN UNS ÜBER FRAGEN ODER FEEDBACK
Mit sportlichen Grüssen
Wing Chun-Schule Chur
Mario Clavadetscher
Sicherheit im Alltag: Alkohol und Drogen
Liebe WT-Freunde
In der neuen Rubrik “Sicherheit im Alltag” möchten wir Euch verschiedene Tipps geben, wie Ihr Euch sicherer im Alltag bewegen könnt.
Wie schon oft in unseren Beiträgen erwähnt, können wir mit unserem Auftreten und mit dem Einhalten von einigen sicherheitsrelevanten taktischen Regeln viel dazu beitragen, dass wir gar nie so weit kommen, dass wir unsere WingTsun-Techniken anwenden müssen.
Dabei hat sich gezeigt, dass ein selbstbewusstes Auftreten sehr wichtig ist. Wir müssen versuchen, unsere eigenen Grenzen kennenzulernen, in der Beziehung zu anderen Menschen diese Grenzen rechtzeitig zu setzen und gegebenenfalls auch zu verteidigen. Unser Verhalten spielt dabei eine zentrale Rolle.
Durch Drogen und Alkohol wird unser Verhalten verändert.
Wir meinen jetzt natürlich nicht unbedingt das Gläschen Rotwein zum Essen, dagegen ist wohl nichts einzuwenden. Wir meinen eher das oder die Gläschen danach.
Der Konsum sonstiger Drogen sollte mit der Frage “Tue ich meiner Gesundheit damit etwas Gutes” eigentlich abgetan sein. Leider zeigt die Realität ein anderes Bild. Kiffer werden immer jünger, das Kokain hat schon längstens in der Arbeitswelt Einzug gehalten.
Vielleicht muss man gerade beim Cannabis noch etwas deutlicher werden. Seien wir skeptisch bezüglich der pseudo-naturheilkundlichen Bücher, welche Cannabis als eine bewusstseinserweiternde Heilpflanze anpreisen, die man schon im Mittelalter gekannt und angewendet haben soll. Im Mittelalter hat man auch Menschen von ihrer “Besessenheit” geheilt, indem man sie verbrannt hat… Zum Glück sind wir davon weggekommen und haben dazugelernt. Das Mittelalter ist daher wohl keine Referenz für die Unbedenklichkeit einer Droge, auch nicht die Indianer, Schamanen oder Inkas.
Selbst wenn Drogen in der Medizin verwendet werden (zBsp. Morphium bei Schmerzen) legitimiert dies nicht den Konsum in der Freizeit. Cannabis erweitert das Bewusstsein NICHT, im Gegenteil, das Bewusstsein wird eingeengt: eine partielle Verblödung findet statt.
Wie soll ich meine Grenzen verteidigen können, wenn ich beschwipst bin? Wie soll ich eine brenzlige Situation frühzeitig erkennen, wenn ich zugekifft bin? Wie soll ich meine wahren Bedürfnisse unter Drogeneinfluss richtig einschätzen können?
So kommt es dann leider immer wieder zu Zwischenfällen, bei welchen sexuelle Handlungen passieren, die frau oder man später bereut.
Wir raten diesbezüglich zu folgenden Massnahmen:
- Alkohol im Ausgang nur moderat konsumieren (wer fährt trinkt nicht!)
- Hände weg von Drogen!
- volle Gläser oder Fläschchen nicht unbeaufsichtigt herumstehen lassen (es könnte jemand etwas reintun)
- sich im angetrunkenen Zustand von einer Vertrauensperson nach Hause begleiten oder abholen lassen
- vor (!) einem Fest, bei welchem getrunken wird, den Nachhauseweg organisieren, falls es trotz allen guten Vorsätzen zum “Absturz” kommt
- Frauen: keine unbekannten Männer oder “neuen Freunde” angeschwipst nach Hause mitnehmen oder begleiten
Gerne stehen wir Euch für weitere Fragen zur Verfügung.
Mit sportlichen Grüssen
Wing Chun-Schule Chur
Mario Clavadetscher
Meditation und verbale Auseinandersetzungen
Liebe WT-Freunde
Im Training haben wir die Achtsamkeitsübung “den Atem beobachten” erweitert auf das Beobachten der Körperempfindungen.
Die Konzentration auf den Atem trainiert uns, mit der Aufmerksamkeit bei einem Punkt zu bleiben und andere auftretende Gedanken loszulassen.
Der Einbezug der Körperempfindungen erweitert die Schulung des Geistes um die Fähigkeit, diese Körperempfindungen wahrzunehmen, ohne sie zu bewerten. Wenn die Nase juckt oder die Füsse im Lotossitz eingeschlafen sind, verlasse ich den Atem und konzentriere mich ganz auf das dadurch entstehende Gefühl. Ich kann mir in Gedanken sagen “Schmerz - Schmerz…” oder auch “Jucken - Jucken…” Bei Abschweifen des Geistes kehre ich sofort wieder zur Empfindung oder zum Atem zurück.
Gedanken wie “Ach Scheisse, mir tut das Bein weh” oder “Wenn ich mich jetzt nicht gleich kratze, flippe ich aus” versuchen wir ebenfalls wie Wolken am Himmel vorbei ziehen zu lassen und nicht festzuhalten. Wenn es sein muss, kann ich mich auch kratzen oder die Beine ausschütteln, aber immer bewusst und achtsam. Danach wende ich mich wieder dem Atem zu und warte, bis die nächste Körperempfindung ins Bewusstsein tritt und Teil meiner Meditationspraxis wird.
Und was bringt jetzt das Ganze? ;-)
Wir lernen uns und unseren Geist besser kennen. Durch diese Übungen arbeiten wir uns hoch bis wir auch unsere eigenen Gedanken in die Meditation miteinbeziehen und beobachten können. Mit der Zeit gelingt es uns vielleicht, uns etwas von unseren Gefühlen, Gedanken und Empfindungen zu distanzieren und alltägliche Situationen sachlicher wahrzunehmen. Wir werden dadurch in verbalen Auseinandersetzungen weniger oft verletzt, es klappt eher auf der sachlichen Ebene weiter zu diskutieren.
Vielleicht lernen wir auch andere Reaktionsmuster in solchen Situationen zu benutzen: wenn wir bis anhin beleidigt, enttäuscht oder aggressiv auf Kritik reagiert haben, könnten wir Kritik auch plötzlich als etwas Positives und Lehrreiches betrachten und uns beim Gegenüber dafür bedanken. Vielleicht erkennen wir, dass wir nur immer so aggressiv reagiert haben, weil wir alles viel zu persönlich nehmen.
Vielleicht erkennen wir, dass Gefühle und Gedanken einen Teil von uns ausmachen, dem wir nicht immer gerade Folge leisten müssen. Wenn ich mich beleidigt fühle, muss ich mein Gegenüber nicht unbedingt gerade beschimpfen… vielleicht habe ich seine Aussage nur falsch aufgefasst und mache mit meiner Beschimpfung alles nur noch schlimmer.
Gedanken und Gefühle treiben uns oftmals sehr schnell zu voreiligen Reaktionen. Bei Körperempfindungen verhalten wir uns dabei meistens klüger. Wir machen ja auch nicht gerade in die Hosen, wenn wir auf’s WC gehen müssen. Wir gehen mit Bedacht vor, beherrschen die Gefühle und analysieren die Situation: “Wo ist die nächste Toilette?”
Warum also auf der psychischen Ebene nicht gleich vorgehen? Warum nicht einfach einmal entstehende Gefühle ohne zu bewerten wahrnehmen? “Ich fühle mich beleidigt.” “Ich nerve mich.” “Ich habe Herzklopfen.” “Ich habe Angst.” Dann analysieren: “Wie ist das Gefühl entstanden?” “Warum?” “Was wäre jetzt eine kluge Reaktion?” “Wie kann ich die Situation für beide Seiten verbessern? (WIN-WIN-Situation anstreben)” …und erst dann reagieren.
Die regelmässige Meditationspraxis, aber auch andere Entspannungsübungen geben uns dazu die nötige Ruhe und Gelassenheit.
Beste Grüsse
Wing Chun-Schule Chur
Mario Clavadetscher
Chi-Kräfte -> Chi-Tricks
Liebe WingTsun-Freunde
Gerade in den chinesischen KungFu-Künsten tummeln sich unendlich viele Legenden über so genannte Chi-Kräfte, welche bei Kämpfern oder Mönchen durch jahrelanges Training, Atemübungen oder Meditation zu unwahrscheinlichen Fähigkeiten geführt haben sollen.
Wer kennt nicht die weltberühmten Shaolin-Mönche, welche sich Backsteine auf dem Kopf zerschlagen lassen, ohne dass sie sich verletzen? Oder den Tai-Chi-Meister, der so stabil steht, dass er auch von vier erwachsenen Männern nicht umgestossen werden kann. Meistens geht jeder dieser Aufführungen noch eine theatralische innere Sammlung des Meisters mit tiefen Atemzügen voran, damit er die Chi-Kräfte in sich bündeln und erwecken kann.
Nun, solche Leistungen setzen jahrelanges Training, eine gute Körperbeherrschung und ein bisschen Flair zum Showbusiness voraus. Ganz sicher muss man dafür aber keine Chi-Kräfte bemühen. WingTsun-Schüler wissen, dass der Grossmeister Leung Ting seit Jahren zeigt, wie solche Tricks funktionieren. (siehe sein Buch “Behind The Incredibles-Skills of the Vagabonds” oder seine Erklärungen auf http://www.youtube.com/watch?v=nDflabGkdTU )
Meistens sind es ganz einfach erklärbare physikalische Gesetze oder halt eben Tricks, die zu diesen Phänomenen führen.
Ein Beispiel: Grossmeister Leung Ting nimmt sich irgend jemanden aus dem Publikum, legt ihm Steinplatten auf den Kopf und zerschmettert sie mit einem Hammer, ohne lange zu meditieren oder Atemübungen auszuführen. Natürlich bleibt die Versuchsperson unverletzt, da Leung Ting so präzise schlägt, dass nur die Steine und nicht der Kopf kaputt gehen. Ein Trick, welcher aber auch einiges an Übung erfordert.
Ein weiteres Beispiel: Unser stabil-stehender Tai-Chi-Meister.
WT-Schülerinnen und Schüler kennen die Übung, um den IRAS-Stand zu trainieren: Wir müssen unseren Körper von den stossenden Personen Richtung Boden wegdrücken, damit sich die wirkenden Kräfte neutralisieren. Und schon können wir auf einem Bein stehen, auch wenn mehrere starke Männer drücken. Reine Physik und kein Chi, kein “Wunder”.
Nun, was ist das Fazit aus diesen Erkenntnissen?
Atemübungen, Meditation, Bewegung, Stretching, Yoga, KungFu usw…. All dies sind Systeme und Methoden, welche uns zu viel Freude, Wohlbefinden und auch Gesundheit verhelfen können. Wir sollten dabei einfach auf dem Boden der Realität bleiben, denn gerade in der Selbstverteidigung ist es äusserst gefährlich, zu glauben, man hätte dank Chi-Kräften irgendwelche speziellen Fähigkeiten. Im Trainingsraum, im Dojo, mögen gewisse Techniken funktionieren, weil Meister und Schüler am gleichen Strick ziehen (Suggestion, Erwartungshaltungen, Wunschdenken, Bewunderung), aber ausserhalb des Trainingsraumes, im wirklichen Leben, können Illusionen zu gefährlichen Verletzungen führen. Wir müssen unsere Fähigkeiten immer von neuem hinterfragen, die Selbstverteidigung regelmässig und realitätsnah üben, Erfahrungen sammeln, uns mental auf SV-Aktionen vorbereiten, denn auf der Strasse zählen keine schwarzen Gürtel, keine roten Schärpen, keine gelben T-Shirts oder goldene Fäustchen.
Übrigens beschäftigt sich der Amerikaner, James Randi, seit Jahrzehnten mit Chi-Tricks und paranormalen Phänomenen. Bereits in den 80er-Jahren hat er demjenigen 1 Million US Dollar versprochen, welcher ihm beweisen kann, dass es Chi-Kräfte oder ähnliches wirklich gibt. Bis heute steht das Angebot… und Randi musste noch nie bezahlen. Dafür hat er aber zahlreiche Irrtümer und Schwindel aufgedeckt!
Wie sagt man in der Achtsamkeitsmeditation? “DIE DINGE SO SEHEN, WIE SIE WIRKLICH SIND.”
Mit besten Grüssen
WingTsun-Schule Chur
Mario Clavadetscher
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