Sicherheit in öffentlichen Verkehrsmitteln
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Sicherheit im Alltag: Sicher unterwegs mit den öffentlichen Verkehrsmitteln
Will man den Medienberichten glauben schenken und bezieht noch das subjektive Sicherheitsgefühl mit ein, so scheinen vor allem Bushaltestellen, Bahnhöfe oder Bahnhofunterführungen in den grösseren Städten der Schweiz momentan beliebte Plätze für Pöbeleien und Jugendbanden zu sein. Insbesondere am späteren Abend kann es auch in Chur ungemütlich sein, an gewissen Orten vorbei zu laufen.
Die heutigen Sicherheitstipps beziehen sich daher auf die öffentlichen Verkehrsmittel. Diese Tipps erklären sich am besten vom Allgemeinen zum Speziellen. Mit “allgemein” meine ich wie immer das eigene Verhalten in kritischen Situationen, welches eigentlich für jedes spezielle Gebiet (Ausgang, Auto, Disco, Nachhauseweg, Belästigungen bei der Arbeit, öffentliche Verkehrsmittel usw.) Gültigkeit hat.
Dazu gehört unter anderem:
- selbstsicheres/selbstbewusstes Auftreten (vor dem Spiegel üben ;-)
- rechtzeitig Grenzen setzen (verbal und körpersprachlich)
- Alltag/Nachhauseweg vorausplanen und allenfalls Fahrer (Eltern, Freund, Freundin, Ehemann, Ehefrau usw…) organisieren
- Umfeldkontrolle (Hören, Sehen, Riechen, Fühlen), damit man nicht plötzlich in der Nacht vor einer Horde Betrunkener steht, weil man sie wegen dem lauten Walkman auf den Ohren nicht gehört hat
- mentale Vorbereitung auf kritische Situationen (Achtung: gemeint ist keine “paranoide Endzeitvorbereitung”, sondern ein entspanntes “Was tue ich wenn…”)
- an unangenehmen Orten (zBsp. nachts allein im Parkhaus) auf allfällige Zwischenfälle vorbereitet sein (Pfefferspray oder Schlüssel bereits in der Hand halten. Im Stress und unter Angsteinfluss findet man in der Handtasche nichts mehr…)
- Wenn möglich, spät abends nicht alleine unterwegs sein.
- Handy griffbereit (Notfallnummern bekannt ! ? !)
- Hände weg von Alkohol und Drogen
- auf der Flucht Passanten direkt ansprechen: ein “Bitte helfen Sie mir!” anstelle eines globalen “Hilfe” erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass einem geholfen wird
Folgende Tipps gelten für die öffentlichen Verkehrsmittel:
- Reisen sorgfältig planen um unnötige Wartezeiten oder Umwege zu vermeiden (vor allem nachts)
- bei ungutem Gefühl in der Nähe des Fahrers oder Kondukteurs und dort wo Menschen sind Platz nehmen
- Platz wechseln, wenn man belästigt wird (Zug- oder Buspersonal informieren)
- bei Belästigungen laut und bestimmt sprechen (Aufmerksamkeit erregen)
- beim Warten auf den Zug oder nächsten Bus, das Umfeld bewusst wahrnehmen (nicht träumen, keine Musik hören, keine Drogen –> Kopf muss hier bei der Sache sein)
- bei negativer Vorahnung oder “komischen Gestalten” draussen, besser nicht aussteigen und wenn möglich eine Haltestelle weiterfahren (evtl. Taxi bestellen, falls sinnvoll)
Bei allen Ratschlägen und Erfahrungen gilt immer, dass es in der Sicherheit nie 100 Prozent gibt. Glück und Tagesverfassung spielen immer auch eine Rolle, ähnlich wie in der physischen Selbstverteidigung. Die Technik, welche heute funktioniert, kann morgen ebenso gut in die Hose gehen, denn jede Situation ist wieder anders und kommt unter verschiedenen komplexen Einflüssen zustande. Die grosse unbekannte Komponente bleibt dabei der Aggressor.
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Mit sportlichen Grüssen
Wing Chun-Schule Chur
Mario Clavadetscher